© dkjs/Björn Bernat

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Der Fachtag „Ankommen in Deutschland. Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche“ fand am 24.11.2014 in Leipzig statt. Er wurde von der Deutschen Kinder- und Jugenstiftung organisiert. Die Nachfrage zu dem Thema war sehr groß, denn die Warteliste war genauso lang, wie die tatsächliche Teilnehmerliste, auf der 120 Personen standen. Die Veranstaltung wurde von unterschiedlichsten Akteuren im Feld der Bildung, der Kinder- und Jugendarbeit sowie Behörden und Institutionen besucht. Eines verband sie jedoch: das Interesse einen besseren Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu verwirklichen.

Nach den üblichen Grußwörtern und einer Grundsatzrede am Vormittag ging es in die Workshops, in denen zahlreiche Projekte vorgestellt wurden, die Kindern und Jugendlichen dabei helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden, ihr Trauma zu bewältigen oder wieder an Bildungsprozessen teilzuhaben. Es war in Vorträgen, Diskussionen und Gesprächen zu spüren, dass es eine Unsicherheit gibt, wie eine möglichst problemfreie Inklusion von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Schule oder Ausbildung gelingen kann.

Viele Ideen waren getragen von dem Gedanken, geflüchtete Kinder und Jugendliche und Einheimische zusammen­zubringen. Zwar wurde auch von sogenannten „Willkommensklassen“, in denen Geflüchtete separat in Deutsch unterrichtet werden, gesprochen, aber zum großen Teil wurde diese Segregation abgelehnt oder zumindest nicht als förderlich angesehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen schnellstmöglich in reguläre Klassen integriert werden, so der Grundtenor. Auch in außerschulischen Projekten war diese Tatsache die Hauptfrage: Wir bringen wir geflüchtete Kinder und Jugendliche und Einheimische zusammen?

Gegen die pauschale Beschulung in Willkommensklassen sprach sich auch Andreas Meißner vom Bundesverband Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge e.V. aus, der betonte, die Kinder und Jugendlichen müssen individuell betrachtet werden. Sie haben sehr unterschiedliche Bildungsbiografien, die bei der weiterführenden Bildung in Deutschland berücksichtigt werden müssen.

Insgesamt ist es der Veranstaltung gelungen, verschiedene Herangehensweisen zu präsentieren, um die Situation der geflüchteten Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass der aktuelle Zustand häufig nicht akzeptabel ist. Neben der Ratlosigkeit, wie man die Kinder und Jugendlichen am besten integriert, stand aber auch der Wille, bei dem Thema eine positive Veränderung herbeizuführen und sich mit anderen Akteuren in diesem Bereich zu vernetzen. Der Fachtag bot dazu Gelegenheit, aber diese Vernetzung und der Austausch, um voneinander lernen zu können, sollte fortgeführt werden, damit die beginnende positive Entwicklung und die zahlreichen guten Impulse nicht im Sande verlaufen.