Einradfahren lernen mit Unterstützung einer anderen Person

Lernen als ganzheitlicher sozial eingebetteter Prozess. (Quelle: Flickr ][\/][ )

Jeder Mensch lernt. Es ist eine anthropologische Gegebenheit, dass wir ohne Kenntniszuwachs nicht überleben könnten. Das heißt der Mensch lernt, weil (oder: damit) er lebt. Lange Zeit war die einzige Form des Lernens das sozialisatorische Lernen im Alltag. Durch das unmittelbare Weitergeben der Kenntnisse und Fertigkeiten der älteren Generation lernten die Jungen von den Alten. Heutzutage treffen wir oft eine vom Leben abgetrennte Lernsituation. Sie besteht aus einem Lehrenden, der einen Wissens-oder Kompetenzvorsprung gegenüber dem Lernenden ausweist. Ziel des Lernens ist dabei die Aufhebung dieses Unterschieds.

Der bildungswissenschaftliche Lernbegriff umfasst verschiedene Dimensionen. Die offensichtlichste ist die Inhaltsdimension. Durch das Lernen eignet man sich neue Lerninhalte, also Fertigkeiten oder Kenntnisse, an. In der Auseinandersetzung mit der Umwelt macht jeder abhängig von den eigenen Interessen neue Erfahrungen. Das dadurch erworbene Wissen führt zu einem Transformationsprozess, was auch ein Um- oder Verlernen bedeuten kann. Lernen wird als ganzheitlicher Prozess verstanden, der immer in eine soziale Praxis eingelagert.

Lernen ist ein lebensbegleitendes Phänomen und es bezieht sich nicht nur auf das Lernen in Institutionen. Wir lernen bei der Ausübung unserer Hobbys, bei einer Reifenpanne, bei einer Wanderung, beim Backen oder Kochen. Die Zahl der Beispiele ist unendlich. Lernen findet immer und überall statt.