Das Curium – Ein Wissenschaftsangebot für Mädchen

Das Curium – Ein Wissenschaftsangebot für Mädchen

In den Geheimbund der Marie Curie aufgenommen zu werden ist Ziel des Onlinespiels „Das Curium„, das sich vor allem an Mädchen richtet. Wer Marie Curie war, wissen vielleicht noch einige. Aber Ada Lovlace, Lise Meitner, Dorothe Christiane Erxleben, Caroline Herschel, Rosalind Franklin kennen nur wenige. Das Curium stellt Wissenschaftlerinnen der Vergangenheit und der Gegenwart vor. Die Besucherinnen der Seite werden zuerst aufgefordert, einige Fragen aus den Naturwissenschaften zu beantworten, um zu erfahren, welcher Wissenschaftlerinnentyp sie sind.

das curium quiz

Das Quiz. Screenshot der Website www.dascurium.de

Um nun in den geheimen Salon der Marie Curie zu gelangen, muss man mithilfe von Gegenständen, die man von den Wissenschaftlerinnen der Vergangenheit erhält, ein Schloss öffnen. Dazu geht man auf eine Zeitreise und besucht sie bei ihrer Arbeit. In den Bildern sind verschiedene Personen oder Gegenstände anklickbar. Hier wird die Bedeutung der Wissenschaftlerinnen dargestellt.

das curium zeitreise

Auf Zeitreise: hier bei der Sternenforscherin Caroline Herschel. Screenshot der Website www.dascurium.de

Im Filmraum erzählen Wissenschaftlerinnen von heute aus ihrer Arbeit. Wer also wissen möchte, was Glücksforscherin, Hirnforscherin, Sternenforscherin oder Urzeitforscherin machen, der kann es hier erfahren.

das curium filme

Screenshot der Website www.dascurium.de

Die Website enthält sehr viele Informationen und durch den Gamification-Aspekt wird der Ehrgeiz geweckt, sich mit allen Wissenschaftlerinnen auseinanderzusetzen. Ich finde die Website sehr ansprechend gestaltet und Kinder finden sich in der Navigation gut zurecht. Die Initiatoren erhielten für ihre Website den Pädi 2014 in der Kategorie „Website für Jugendliche“ und das Qualitätssigel des Erfurter Netcodes.

Fazit: Das Curium – Die Geheimgesellschaft der Marie Curie ist eine wunderbare Möglichkeit für Mädchen (aber auch alle anderen!), das Wirken von Naturwissenschaftlerinnen in Vergangenheit und Gegenwart kennenzulernen und womöglich den Horizont des eigenen Berufswunsches zu erweitern.

 

 

„Ich habe nichts zu verbergen“

„Ich habe nichts zu verbergen“

Habe ich tatsächlich nichts zu verbergen? Ich möchte zum Beispiel nicht, dass mein Onlineverhalten, jeder Klick, jede Suche, jedes Bild, das mir gefällt, überwacht und gespeichert wird. Und nicht nur das, jede meiner Bewegungen wird durch mein Smartphone registriert. Irgendjemand kann irgendwo nachvollziehen, wann ich für wie lange an einem bestimmten Ort bin. Ich weiß nicht, wer wo und wie Zugriff hat auf die Daten, die mein Leben darstellen. Manchmal fühle ich mich dem hilflos ausgeliefert. Offline gehen ist keine Option. Ich liebe das Internet und seine Möglichkeiten. Ich brauche es, um mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben. Manchmal möchte ich das alles ignorieren und denken, dass ich gegen die übermächtigen Geheimdienste und Konzerne sowieso nichts machen kann. Aber einfach den Kopf in den Sand stecken ist nicht meine Art.

Natürlich kann man denken: „Die wissen doch sowieso alles. Warum sollte ich mir die Mühe machen, mich mit komplizierten Prozessen der Verschlüsselung oder anonymen Browsern auseinanderzusetzen, wenn ich die Überwachung doch nicht verhindern kann? Außerdem: Ich habe ja nichts zu verbergen!“ Es geht hier aber nicht darum, ob der Einzelne etwas zu verbergen hat. Denn wir alle stehen unter Verdacht. Wir werden alle anlasslos überwacht. In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben! Weitere Gründe warum das Nichts-zu-verbergen-Argument nicht zählt, findet man hier

Die Freiheit aller steht auf dem Spiel

Für mich geht es bei der Frage, der Onlinesicherheit nicht darum, ob der Einzelne sich schützen muss, sondern darum, dass sich die Gesellschaft als ganzes schützen muss. Es stehen nicht nur die Daten des Einzelnen zur Debatte, sondern letztendlich die Freiheit aller. In einer PEN-Studie gab ein Großteil der befragten Medienschaffenden an, ihr Onlineverhalten nach dem Bekanntwerden der Überwachungsaktivitäten durch Geheimdienste geändert zu haben. Journalisten unterwerfen sich auch in westlichen Demokratien der Selbstzensur! Meinungsfreiheit und Gedankenfreiheit stehen auf dem Spiel, ganz zu schweigen von unserem Recht auf Privatsphäre.

Es ist wie beim Impfen: Wenn alle sich impfen lassen, verdrängen wir ansteckende Krankheiten. Aber nur, wenn viele mitmachen, kann es eine Wirkung entfalten. Jeder einzelne kann – auch wenn er „nichts zu verbergen hat“ – den Geheimdiensten die Arbeit vermiesen und damit unsere Freiheit schützen. Es stimmt, das ist anstrengend (ein klein wenig jedenfalls), aber unsere Freiheit sollte es uns wert sein, dass wir uns mal ein paar Stunden mit dem Schutz unserer Privatsphäre auseinandersetzen. Unsere Regierung kümmert sich offensichtlich nicht um unser Recht auf Privatsphäre. Dann nehmen wir das eben selbst in die Hand. Selbst ist die Frau mündige Bürgerin!

In kleinen Schritten vorwärts

Ich setze mich seit der letzten Re:publica intensiver mit dem Thema auseinander. Damals sprach ich mit einem Mitarbeiter des Tactical Tech Collective. Er zeigte mir, wie ich den Anfang in Sachen Onlinesicherheit machen kann. Ich bin keine Expertin in Sachen Onlinesicherheit und bin in vielerlei Hinsicht immer noch viel zu nachlässig. Aber ich arbeite mich in kleinen Schritten vorwärts. Zuerst habe ich Keepass installiert, damit ich sichere Passwörter (und nicht überall das gleiche *hust*) verwende. Dann kam Super AntiSpyware und andere kleine Tools dazu. Einige Sachen habe ich probiert und wieder gelöscht, weil ich sie nervend oder umständlich fand.

Schließlich wagte ich mich an die Verschlüsselung. Zugegeben, das ist nicht so einfach, wie es von manchen behauptet wird, aber es ist auch kein Hexenwerk und Hilfe gibt es an vielen Stellen. Ich habe dazu diese Anleitung genutzt. Nach ein wenig Hilfe von einer Kollegin hat es dann letztendlich geklappt. Das Hasso-Plattner-Institut bietet ab Montag 9. 2. 2015 einen kostenlosen Onlinekurs zum Thema „Sichere E-Mail“ an. Wer sich also schon immer mal mit dem Thema beschäftigen wollte, aber vor dem technischen Aufwand zurückschreckte, dem sei dieser Kurs empfohlen. Natürlich gibt es auch in vielen Orten Cryptoparties, bei denen man Hilfe erhalten kann. Oder man schaut mal bei seiner Volkshochschule ins Programm. Oft gibt es auch dort Angebote zum Thema Onlinesicherheit.

Inzwischen läuft auf meinem Rechner auch der Tor-Browser. Ich möchte noch auf zwei Plattformen hinweisen, die mir sehr helfen, mich kontinuierlich mit dem Thema auseinanderzusetzen:

Bei Me and my shadow (Ein Projekt des Tactical Tech Collectives) kann man nachvollziehen, wie groß unser digitaler Schatten ist. Dazu werden Instrumente und Anleitungen geliefert, wie wir diesen digitalen Schatten verkleinern können.

Die Seite Surveillance Self-Defense ( Ein Projekt der Electronic Frontier Foundation) bietet zahlreiche Anleitungen zur Verbesserung der Onlinesicherheit. Zum Beispiel bietet es ein „Starter Pack“ für Anfänger und viele weitere Tutorials.

Ich liebe das Internet und möchte seine Möglichkeiten nicht missen. Ich möchte mich aber nicht kontinuierlich als Verdächtige fühlen, wenn ich mir bewusst bin, dass die Überwachungsmaschinerie auch gegen mich läuft.

Ich habe nichts zu verbergen, aber meine Freiheit zu verlieren. Deshalb ergreife ich die Möglichkeiten, die mir als Einzelne zur Verfügung stehen, um mich gegen die Totalüberwachung zu wehren. Dass darüber hinaus politische Schritte notwendig sind, ist selbstverständlich. Aber jeder Einzelne hat die Möglichkeit, etwas zu tun. Auch das Verhindern von Totalüberwachung ist für mich bürgerschaftliches Engagement und dazu kann jeder Einzelne beitragen.

 

 

Einmal Globales Lernen, bitte!

Einmal Globales Lernen, bitte!

Kanzlerin Merkel ließ gestern beim Internationalen Deutschlandforum verkünden, sie wolle ein Netzwerk für globales Lernen aufbauen. Auf der Website ist zu lesen: „Ziel des Internationalen Deutschlandforums ist es, im gemeinsamen Gespräch voneinander zu lernen und langfristig ein Netzwerk für globales Lernen aufzubauen.“

Peter Altmeier betonte, dass in diesem Netzwerk  ein Austausch über Grenzen der Disziplinen und Hierarchien hinweg  stattfinden soll.

Ich finde diese Initiative wirklich gut. Besser finde ich allerdings, dass ich ein solches Netzwerk schon habe. Ich bin ein Teil der internationalen screenshot GVGemeinschaft „Global Voices„. Dies ist eine Gemeinschaft von Bloggern und Übersetzern welche aus 167 Ländern berichten. Die Website wird in 30 Sprachen (auch Deutsch) übersetzt. Dort findet man Artikel, die in den traditionellen Mainstreammedien nicht verfügbar sind. Natürlich greifen Global-Voices-Autoren auch immer aktuelle Nachrichtenthemen auf, aber selbst dann erfahren wir hier neues. Denn die Geschichte wird nicht durch die Augen des deutschen Journalisten gesehen, sondern aus der Perspektive der Menschen vor Ort. Dies ermöglicht einen Perspektivwechsel, wie er auch vom Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (PDF) gefordert wird.

Das Zusammenarbeiten in dieser Gemeinschaft bedeutet aber noch viel mehr. Man lernt Menschen aus anderen Ländern kennen — zunächst virtuell, später auch persönlich. Durch den Kontakt gewinnt man Eindrücke von dem Leben der anderen. Man wird sich der eigenen Vorurteile und Stereotypen bewusst, beginnt diese infrage zu stellen und lernt zu verstehen, dass die „Anderen“ gar nicht so anders sind. Mit anderen Global-Voices-Mitgliedern arbeitet man länderübergreifend, disziplinenüberschreitend und mehrsprachig an Projekten, recherchiert Artikel und tritt gemeinsam für Meinungsfreiheit auf der ganzen Welt ein. Global Voices wird fast ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Und es ist ein Produkt der Gemeinschaft. Ohne die tägliche Arbeit von hunderten Autoren und Übersetzern gäbe es Gobal Voices nicht.

Global Voices kann ein Netzwerk für Globales Lernen für alle sein, denn jeder kann sich einbringen. Studenten oder Schüler können unsere Texte als Übersetzungsübungen verwenden und diese dann veröffentlichen. Im Geografieunterricht kann bei Global Voices zu den Ländern recherchiert werden und hier können ganz neue Perspektiven eröffent werden.  Man kann Themen wie Menschenrechte, Umwelt, Meinungsfreiheit, Migration oder auch Kunst und Literatur in einer globalen Dimension erleben. Es gibt viele Möglichkeiten, globalvoicesonline.org als Quelle für Perspektivwechsel und Horizonterweiterung zu nutzen. Jeder, der sich bei Global Voices einbringt ist automatisch in einem Netzwerk für Globales Lernen involviert.

Ich fürchte ich muss Ihnen mitteilen, Frau Merkel, Sie sind zu spät dran. Wir leben diese Zukunft bereits! (Aber gut, dass Sie ein weiteres Netzwerk für Globales Lernen einrichten wollen. Davon kann es nie genug geben.)

 

 

Leseförderung, Sprachvielfalt inkl.

Leseförderung, Sprachvielfalt inkl.

Oft wird es als Problem angesehen, dass Schulen nicht mit Sprachvielfalt umgehen können. Für Lehrer ist es häufig sehr schwierig Kinder zu unterrichten, die die deutsche Sprache nicht oder nur schlecht beherrschen. Dabei helfen kann die Website „Amira„, die Leseförderung und Sprachenlernen für verschiedene Sprachen unterstützt.

Screenshot der Seite zur Leseförderung Amira Pisakids.

Screenshot der Webseite www.amira-pisakids.de

Elisabeth Simon-Pätzold, pensionierte Lehrerin, hat das interaktive Leseförderprogramm entwickelt. Die Geschichten aus aller Welt kann man online in Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch, Türkisch und Arabisch lesen und auch hören. Dazu gibt es Onlinespiele passend zu dem jeweiligen Buch. Die Geschichten sind in drei Lesestufen, welche farblich gekennzeichnet sind, unterteilt, sodass für jeden Lese- oder Fremdsprachenlerner etwas dabei ist.  Zusätzlich kann man die deutsche Version der Bücher im Shop bestellen, sodass man sie auch ohne Computer und Internet lesen kann.

Für Lehrer oder Leseförderer gibt es für viele der Geschichten Unterichtsmaterialien, sogenannte Lesetaschen, mit denen sie Textverständnis und Lesekompetenz spielerisch fördern können.

Um das mehrsprachige Angebot zu nutzen sind Computer und Internetverbindung notwendig. Da aber immer mehr Klassenzimmer und Bibliotheken mit der digitalen Welt verknüpft werden sollte das kein Hindernis sein.